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Das Konzept "Das Montagstelefon."
1. Was
Wissenschaft und Forschung, Politik und Medien haben seit den 80er Jahren wiederholt bestätigt, dass das Landleben nicht nur Idylle und Kontrastprogramm zum urbanen Lebensstil ist, sondern auch spezifische Zwänge und Notlagen aufzuweisen hat.
Ein Zusammenleben im Mehrgenerationenverband wird immer weniger selbstverständlich, Existenzängste haben zugenommen. Wo jeder jeden kennt, ist die Scham, sich bei Sorgen und Konflikten an Familienangehörige oder Nachbarn oder öffentliche Beratungsstellen zu wenden, besonders groß.
Seit 2004 wurde die Leiterin der Familienerholungs- und Tagungsstätte, vermutlich aufgrund ihrer Profession als Diakonin, wiederholt von Personen aus dem ländlich-landwirtschaftlichen Milieu um eine Beratung gebeten. Dies signalisierte einen hohen Bedarf an einer anonymen Anlaufstelle für Menschen in Not. Aufgrund dieses Bedarfs sowie des oben beschriebenen Auftrags unseres Hauses entstand der Plan, ein Sorgentelefon für die ländliche Bevölkerung einzurichten, wie es in einigen Bundesländern bereits seit längerem geschehen ist.
2. Warum
Der Idee eines Sorgentelefons für die ländliche Gesellschaft liegen zugrunde
- eine Sorge um den ländlichen Raum mit seinen Familien und die mitmenschliche Verantwortung für deren Lebensqualität
- die Erkenntnis, dass Hilfe für ländliche Räume (hier psychosoziale Hilfe) von "unten" geschehen muss ("Landvolk berät Landvolk");
- das Bemühen um die Wahrung der Privatsphäre von Hilfesuchenden durch die Schaffung eines anonymen Beratungsangebotes;
- das zivilgesellschaftliche Interesse, die ‹bernahme von Verantwortung "von unten" im Gemeinwesen zu fördern.
Das Montagstelefon für die ländliche Bevölkerung stellt einen Beitrag dar zur
- Verbesserung der psychosozialen Situation der ländlichen Bevölkerung;
- Aufarbeitung von Komplikationen und Störungen in familiären Beziehungsgefügen und Gestaltung tragfähiger Familienbeziehungen;
- Teilnahme an den spezifischen Gegenwartsproblemen bäuerlicher Familienbetriebe;
- Verbesserung der Integration von Randgruppen und sog. Auflenseitern in die ländliche Gesellschaft.
Kommunale und kirchliche Einrichtungen der telefonischen Seelsorge gibt es auch in Bayern. Sie sind jedoch in den einzelnen Regionen unterschiedlich dicht verteilt.
Das Projekt "Sorgentelefon für die ländliche Bevölkerung" ist für Bayern innovativ. Zwar gibt es Beratungsangebote der Landvolkshochschule Hesselberg und der Diözesen, mit denen auch unser Haus Kontakte hat. Diese sind jedoch schwerpunktmäflig auf landwirtschaftliche und sozioökonomische Existenzberatung ausgerichtet, während Das Montagstelefon in Sulzbürg den Start für eine neue Form der nachhaltigen Anteilnahme für die gesamte Landbevölkerung darstellt.
Insofern ergibt sich aus einer solchen Einrichtung ein bedeutender Mehrwert auch für die Entwicklung
und Belebung sowie für die praktizierte Subsidiarität in unserer ländlichen Region.
3. Wo
Wie der Name der Einrichtung signalisiert, ist die Zielgruppe die Bevölkerung im ländlichen Raum, d.h. ländliche Familien, Partnerschaften und Alleinstehende. Wie Erfahrungen in vergleichbaren Einrichtungen zeigen, sind es überwiegend Frauen,
a) die sich für das Beziehungsmanagement in den Familien in erster Linie verantwortlich fühlen und oder verantwortlich gemacht werden und als Sprachrohr für Familienmitglieder an ein Sorgentelefon wenden, und
b) sich für die Beratungsarbeit am Sorgentelefon qualifizieren lassen und dann die Arbeit leisten.
Dies lässt die Verortung eines Sorgentelefons für die ländliche Bevölkerung in dem LandFrauenZentrum Sulzbürg als sinnvoll erscheinen.
4. Wer und wann
Seit 2006 fanden seit regelmäflig intensive Treffen einer Vorbereitungsgruppe und Gespräche mit ländlichen Vereins- und Verbandsvertreterinnen statt, um den Bedarf konkret abzuklären. Im Herbst 2006 stellte der Leiter des Sorgentelefons der Katholischen Heimvolkshochschule Oesede (Niedersachsen) in Sulzbürg seine Einrichtung vor. Es wurden zahlreiche Gespräche mit weiteren interessierten Personen(gruppen) geführt.
Das Sorgentelefon für die ländliche Bevölkerung wird unter der Bezeichnung "Das Montagstelefon" an die Öffentlichkeit treten. Wie Erfahrungen aus Schleswig und Niedersachsen zeigen, ist an Montagen der Beratungsbedarf besonders grofl und ebenso die Bereitschaft, ein Gesprächsangebot anzunehmen. Das Telefon wird an jedem montag im Jahr (auch Feiertage) besetzt sein.
Das Konzept Das Montagstelefon sieht eine Beratung "von unten und unter Gleichen" vor. Die Beraterinnen kommen selbst aus dem ländlichen oder landwirtschaftlichen Milieu. Sie verfügen über fundierte Kenntnisse und Erfahrungen der Besonderheiten des ländlichen Raumes, so dass sich am Telefon schnell eine verständnis- und vertrauensvolle Gesprächsbasis ergibt. Die Fähigkeit, allen Anrufern wohlwollend und vorurteilsfrei zuzuhören, einfühlsam nachzufragen, zuverlässig Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, das Wissen über andere Einrichtungen, an die Ratsuchende gegebenenfalls weiterverwiesen werden können, - all dies erfordert eine über das persönliche Erfahrungswissen hinausgehende entsprechende zweijährige Qualifizierung. Im Frühjahr 2009 wird die Ausbildung beendet sein und die Beratungstätigkeit beginnen.
Die Frauen unterliegen der Schweigepflicht. Das Angebot ist anonym!
5. Was noch Einrichtungen wie Das Montagstelefon bedürfen einer sehr guten lokalen und regionalen Vernetzung, um im Bedarfsfall Hilfesuchende auch an andere Einrichtungen weiter zu verweisen (z. B. Landwirtschaftliche Familienberatung Hesselberg und Eichstätt, sozioökonomische Beratung der Landwirtschaftsämter Neumarkt/OPf. und Roth, Caritas, Diakonisches Werk). Mit vielen kommunalen, kirchlichen, landwirtschaftlichen, verbandlichen Einrichtungen und Organisationen wurden im Vorfeld Kooperationsgespräche geführt.
Das Projekt "Das Montagstelefon " ein Sorgentelefon für die ländliche Bevölkerung" wurde von allen sehr begrüflt und als notwendig erachtet.
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Das.Montagstelefon
Tel. 09185 922722
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| Bericht des Bayerischen Fernsehens |
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Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und dem Diakonischen Werk Bayern.
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