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(v.l.n.r.) Bürgermeister Martin Hundsdorfer, Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Heide Inhetveen, Hausleitung und Diakonen Anneliese Weidinger
85. Jubiläum der Familienerholungs- und Tagungsstätte Sulzbürg
25. Juli 2010
Der Freundesring Sulzbürg e. V. und die Familien- und Tagungszentrum in Sulzbürg haben Ihren "85. Geburtstag" gefeiert. Lesen Sie hier den Bericht der Neumarkter Nachrichten oder sehen Sie sich die Bilder der Jubiläumsfeier an!


Neubau in Sulzbürg.
Der Neubau ist fertig und ein weiterer, attraktiver Saal steht für die Besucherinnen und Besucher der Familienerholungs- und Tagungsstätte Sulzbürg offen. Durch große Glasflächen erleuchtet viel Tageslicht den großen Raum, eine herrliche Steinsitzecke lädt zum Verweilen in kurzen Arbeitspausen ein. Ein neuer Steingarten schafft einen herrlichen Abschluss des Neubaus. Vorbeikommen und genießen!

Ökostrom in Sulzbürg
Seit 01. Juni 2010 bezieht die Familienerholungs- und Tagungsstätte Sulzbürg Ökostrom von Naturstrom. Und erspart der Umwelt 7.453 kg CO2 pro Jahr, was in etwa dem Klimaschutzeffekt von 373 Bäumen entspräche.

2. Zeitzeugen-Gespräch
mit
Ernst Grube
Im Rahmen der Aktionswoche der Projektgruppe "Vielfalt tut gut" findet am Dienstag, den 13. April um 19 Uhr in der Familienerholungsstätte in Sulzbürg ein Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube statt.
Mit fünf Jahren sieht er die Zerstörung der Münchner Synagoge. Einen Tag vor der Reichspogromnacht bringen ihn seine verzweifelten Eltern ins jüdische Kinderheim. Der Deportation ins Baltikum und dem Massenmord an seinen jüdischen Freunden entgeht er, weil ihn die Nazis „nur“ als „Halbjuden“ einstufen. Sein nichtjüdischer Vater weigert sich zudem, sich von der jüdischen Mutter scheiden zu lassen und die Familie damit dem Vernichtungswahn der Nazis preiszugeben.
Ernst Grube erlebte als 12jähriger die Gräuel der Verfolgung durch die NS-Schergen.
Er überlebte mit seinen Geschwistern und seiner Mutter das KZ Theresienstadt. Die Befreiung des Vernichtungslagers Birkenau am 27. Januar 45 rettete ihm das Leben. Er musste den Weg nach Auschwitz nicht mehr antreten. Am 3. Mai 45 wurde das Lager mit seinen verbliebenen Insassen dem Roten Kreuz übergeben und am 8. Mai 45 von der Roten Armee befreit.
Es ist diese Geschichte, die Ernst Grube nicht müde wird zu erzählen, bis zu 100 Mal im Jahr.
Ernst Grube lebt in München. Von 1947 bis 1951 spielte er in den Jugendmannschaften von TSV München 1860 und Helios München als linker Verteidiger. Er arbeitete als Malermeister.
Er engagiert sich in der Lagergemeinschaft Dachau und in der Stiftung bayerischer Gedenkstätten. Anfang der 80er Jahre war er Mitbegründer des Fördervereins „Internationale Jugendbegegnung Dachau“. Etwa seit dieser Zeit besucht er Schulen, Firmen, Vereine, spricht auf Veranstaltungen und macht Führungen durch die Gedenkstätte Dachau.
Ernst Grube spricht im Rahmen der Aktionswoche an zwei Vormittagen an Neumarkter Schulen.
- Sprechen Sie bitte direkt Frau Weidinger (Tel. 09185 9228-0) an.
Feuerwehrgroßübung in Sulzbürg
Am Donnerstag, den 15. Oktober fand die schon lange angedachte Großübung mit den Feuerwehren der umliegenden Ortschaften statt. Gerade rechtzeitig setzte starker Schneefall ein. Dies erschwerte dann die Bedingungen, bzw. zeigte die Standortprobleme "Berg" auf.
Die anwesende Schulklasse aus Allersberg wurde "gerettet" und er fiktivieSchwelbrand im Gästehaus mit Erfolg gelöscht.
Ein großer Dank an alle beteiligten Wehren, den einsatzleitenden Feuerwehrkomandant aus Sulzbürg,den Kreisbrandrat, Kreisbrandinspektor, Kreisbrandmeister und an den Vertreter des Roten Kreuzes.
Leider gab es während der Übung einen Unfall. Durch einen gerissenen Schlauch wurde eine Feuerwehrmann
verletzt und musste zur Behandlung ins Klinikum Neumarkt gebracht werden. Wir hoffen, dass er sich schnell wieder erholt.
Bilder der Feuerwehrgroßübung in Sulzbürg hier per Klick!

1. Zeitzeuginnen-Gespräch
mit
Prof. Dr. Ruth Enis, Haifa - Israel
Ruth Enis ist 1928 im damals rumänischen Czernowitz geboren, einst Hauptstadt der ungarisch-
österreichischen Bukowina, eine Stadt des interkulturellen Zusammenlebens, in der die Wissenschaften
und schönen Künsten blühten, eine Stadt mit einem Drittel jüdischer Bevölkerung.
Sie wuchs in einem weltoffenen liberal-jüdischen Elternhaus auf. Ihr Vater David Weidenfeld
hatte eine Druckerei, in der vor allem Kunstdrucke hergestellt wurden. Angesichts des zunehmenden
rumänisch-nationalsozialistischen Terrors wanderte die Familie Weidenfeld im Jahr 1938 nach
Palästina aus und ließ sich in Tel Aviv nieder.
Ein Jahr später reisten Mutter und Tochter nach Radautz zurück, einst die „deutscheste Stadt
der Bukowina“ und auch ein Zentrum des Judentums, um die erkrankte Großmutter zu pflegen.
Als sie einige Monate später nach deren Tod die Rückreise antreten wollten, war es unmöglich
geworden: der 2. Weltkrieg war ausgebrochen. Als Folge des sog. Hitler-Stalin-Paktes von 1940
wurden die Radautzer Deutschen zum überwiegenden Teil ausgesiedelt, in der sowjetisch besetzten
Nord-Bukowina begann die Deportation der jüdischen Bevölkerung nach Sibirien. Im Juli 1941 griff
Deutschland zusammen mit Rumänien die Sowjetunion an, im Oktober 1941 besetzten Einheiten
der Waffen-SS mit ihren rumänischen Helfershelfern Czernowitz. Die jüdische Bevölkerung wurde
gettoisiert, deportiert, ermordet.
Auch die jüdische Gemeinde in Radautz, nun sowjetisch, wurde fast vollständig ausgelöscht. Am
14. Oktober 1941 wurden Ruth Enis und ihre Mutter mit vielen anderen in einem geschlossenen
Viehwaggon unter unmenschlichen Bedingungen nach Transnistrien deportiert. Nach einer Woche
kamen sie jenseits des Dnjestr in Moghilev-Podolsk an und mussten dort in einem Getto leben
Hunger, schwere Krankheit, der tägliche Kampf um Überleben kennzeichneten diese Zeit. Erst im
Oktober 1943 wurden Ruth und ihre Mutter aufgrund der Eingaben ihres Vaters und von Verwandten,
durch Vermittlung zionistischer Organisationen und des Roten Kreuz befreit und nach Bukarest gebracht.
Es gelang ihnen, Pässe und Ausreiseerlaubnis für die Rückkehr nach Palästina zu kommen, wo sie
schließlich nach wochenlanger Reise durch Bulgarien, die Türkei, Syrien und Libanon Ende Dezember
1943 ankamen. Ruth Enis wurde in das Kinderdorf Ben-Shemen aufgenommen, erhielt geregelten
Schulunterricht und wurde medizinisch betreut. Sie blieb dort bis 1946, also bis zu ihrem 18. Lebensjahr.
Ruth Enis hat nach ihrem Militärdienst Architektur und Landschaftsplanung an der Technischen Hochschule
in Haifa und in Holland studiert. Sie arbeitete bis 1997 als Professorin an der Fakultät für Architektur und
Stadtplanung des Technion in Haifa. Sie war Gastprofessorin in Dänemark, Norwegen und USA und
kooperiert noch heute mit vielen Universitäten.
Bild von Prof. Dr. Ruth Enis, Haifa (Israel) in Sulzbürg
- Sprechen Sie bitte direkt Frau Weidinger (Tel. 09185 9228-0) an.
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